Förderung der Berg-Ahorne    in Nidwalden

Projekt ‚Förderung Berg-Ahorne‘

Hier erhalten Sie Einblick in die Welt des Baumriesen, seiner Statur, seiner Mitbewohner aber auch seiner Vorlieben und Informationen zum Projekt ‚Förderung Berg-Ahorne‘.


Seit 2016 wird an dem Projekt gearbeitet. Ziel des Projektes ist, das durch die Berg-Ahorne charakterisierte Landschaftsbild langfristig zu erhalten. 

Wertvolle Berg-Ahorne 

Der Berg-Ahorn ist eigentlich ein häufiger einheimischer Laubbaum. 
Ab 900 m ü. M. können viele Laubbäume aus klimatischen Gründen nicht mehr überleben. Im Gegenteil dazu der Berg-Ahorn. In Nidwalden findet man den Berg-Ahorn an sonnigen Lagen bis etwa 1‘600 m ü. M.. Hier dominiert er die Landschaft, bevor nur noch Nadelgehölze wie Fichten die Landschaft prägen. Das Hauptverbreitungsgebiet des Berg-Ahorns ist in feucht-kühlem Klima auf tiefgründigem, kalkhaltigem und nährstoffreichem Boden. Viele Flurnamen wie Arni oder Arnegg weisen auf das zumindest frühere Vorkommen des Berg-Ahorns hin. 
In Nidwalden beschränken sich die solitär stehenden Berg-Ahorne vornehmlich auf die höheren Lagen der Gemeinden Beckenried, Wolfenschiessen, Dallenwil, und Oberdorf.


Baumriesen

Es sind die einzeln stehenden mächtigen Berg-Ahorne in den höher gelegenen Landwirtschaftsflächen und in den tiefer gelegenen Alpwirtschaftsflächen, welche die Blicke auf sich ziehen. Umso markanter sind sie, wenn sie auf einer Kuppe stehen. In Wiesenberg in der Gemeinde Dallenwil steht mit einem Umfang auf Brusthöhe von  9.60 m der zur Zeit drittgrösste Berg-Ahorn der Schweiz! Eine hohe Einzigartigkeit bildet auch die Berg-Ahorn-Allee auf der Kantonsstrasse nach Wirzweli. Zwölf mächtige alte Berg-Ahorne säumen die kurvenreiche Strasse. In der Gemeinde Beckenried prägen sie ganze Hangflanken.

Die markanten Berg-Ahorne sind allein oder in Gruppen anzutreffen. Oft sind die Standorte durch Steinschlag charakterisiert.

Epiphyten und Flechten

Die Berg-Ahorne sind nicht nur für die Landschaft wertvoll, sondern auch für Lebewesen auf den Bäumen. In den höheren Lagen ist der Berg-Ahorn der Baum  in der Schweiz mit der grössten Vielfalt an Epiphyten. Dies sind Pflanzen, die auf Pflanzen wachsen. In Engelberg wurden 17 verschiedene Arten auf einem Berg-Ahorn nachgewiesen. Zur Artenvielfalt auf den Berg-Ahornen gehören auch zahlreiche Moose und Flechten und die bisher wenig untersuchte Fauna.


Zu den baumbewohnenden Flechten, welche vor allem auf alten Berg-Ahorn-Individuen zu finden sind, gehören die grosswüchsigen Arten der Lungenflechten-Gesellschaft (Lobarion). Neben der national geschützten Lungenflechte (Lobaria pulmonaria, VU) selbst finden sich im Kanton Nidwalden auch verschiedene andere dieser sehr feuchtigkeitsbedürftigen Arten am Stamm und auch auf dickeren Ästen von Berg-Ahorn-Bäumen. Etliche von ihnen sind national bedroht.

Das Projekt

Jungbäume fördern, Altbäume erhalten

Das Projekt hat zum Ziel, dass dem Berg-Ahorn wieder mehr Beachtung geschenkt wird. An geeigneten Standorten sollen junge Berg-Ahorne gepflanzt werden, um nach Jahren wieder ältere Individuen zu haben. 
An markanten Stellen in der Landschaft sind bei Pflegeeingriffen einzelne Berg-Ahorne nicht periodisch zurückzuschneiden, sondern sie sollen frei wachsen können. Mit Hilfe der Bewirtschafter/innen sollen Baumgreise und -riesen möglichst lange erhalten bleiben und junge Bäume eine Chance bekommen.

Unterstützt wird das Projekt vom Kanton Nidwalden, dem Fonds Landschaft Schweiz und der Albert Köchlin Stiftung. Die Projektträgerschaft liegt beim Verein Gehölze und Naturschutz.